Die Marke DFL macht Spaß, oder?
Die neu Bundesligasaison hat begonnen. Anpfiff in den prall gefüllten Stadien, die modernisiert und mit angepassten Preisen wiedre zu Derbys einladen.
Also alles viel besser als in der letzten Spielzeit, oder wie? Schließlich spricht sogar die DFL von einer Liga für die Fans. Da kann Mann sich doch nur freuen, oder?
Man kann auch kritisch sein, wie z.B. in Bremen. Das frisch renovierte Stadion ist fast fertig. Die Stahlwerke Wurst haben im Weser Kurier den Fans bereits eine erfolgreiche Spielzeit gewünscht, wobei diese vom neuen Hexenkessel begeistert sind. Dabei wird schnell vergessen, was Allofs, Fischer und -damals noch- Born mit den wurstigen Stahlverkäufern geplant hatten. Ein dritter Rang, ca. 50000 Zuschaurerplätze und alles was eine moderne Salatschüssel so braucht waren skizziert und sogar schon in den Kommunalparlamenten asudiskutiert. Dann explodierten die Stahlpreise. Die Herren mit Krawatte wurden nervös, weil auf einmal die Kommunen mit Beschwerden nervten.
Das Ergebnis ist, bekannt wie sichtbar, ein UFO mit Flutlichtmasten und einer ökologischen Photovoltaikanlage. Inzwischen redet lieber Herr Filbry über die Vorzüge des neuen Stadions und Herr Allofs konzentriert sich darauf, die Wettbewerbsfähigkeit der Fußballmanschaft sicher zu stellen. Aber wer trägt eigentlich die Kosten der Renovierung?
Fans des Westens zahlen für das UFO-Erlebnis beispielsweise 100€ mehr pro Saison. Natürlich zahlen auch die Fans in den Logen oder Nord- und Südgeraden mehr. Insbesondere auch die neuen Logen im Westen erzielen Profit. Wer mit den neuen Preisen nicht klar kommt, wird durch jemanden aus der endlos langen Warteliste ersetzt. Eine Dauerkarte im neuen Stadion ist halt sehr begehrt und außerdem würden so kaufkräftige Zuschauer die Ränge füllen, erklärt die Geschäftsführung von Werder.
Die Preisgestaltung wird mit einer Anpassung an den Standard der Liga gerechtfertigt. Das Schicksal von Fußballfans, die sich eine Dauerkarte nicht mehr leisten können oder auf günstige Freundschaftsspiele warten müssen, weil internationale Spiele für einen Familienvater nicht mehr zu bezahlen sind, ist nicht mehr länger eine regionale Entwicklung. Sie ist vielmehr von der DFL gefordert und von den Clubs der 1. Liga voran getrieben worden. Der grundsätzliche Irrglaube ist, dass moderner Fußball mit Fernsehgeldern attraktiv wird und nicht durch eine intakte Fankultur.
Wer Fußball erleben will, sollte den Fernseher ausschalten und eine Fankultur aufbauen.